Freitag, 2. Dezember 2016

Zuletzt gesehen: November 2016

 

"Aloha" [US '15 | Cameron Crowe] - 5/10
   

"Ida" [DK, PL '13 | Pawel Pawlikowski] - 7/10

"Police Story 2" [HK '88 | Jackie Chan] - 5/10
 
"Police Story 3" [HK '92 | Stanley Tong] - 6/10

"In the Electric Mist" [US '09 | Bertrand Tavernier] - 5/10

"The Dallas Buyers Club" [US '13 | Jean-Marc Vallée] - 5.5/10

"Roter Drache" [US '02 | Brett Ratner] - 4/10

"Atlanta" [US '16 | Season 1] - 7.5/10

"Barbara" [DE '12 | Christian Petzold] - 8/10

"Fucking Berlin" [DE '16 | Florian Gottschick] - 1/10
 
"Toni Erdmann" [DE, AT '16 | Maren Ede] - 7.5/10

"Tangerine" [US '15 | Sean Baker] - 5/10

"Before the Flood" [US '16 | Fisher Stevens] - 6/10

"Star Wars 7: The Force Awakens" [US '15 | J.J. Abrams] - 5/10

"The Revenant" [US '15 | Alejandro González Iñárritu] - 6/10

"Paper Towns" [US '15 | Jake Schreier] - 4/10

"Ant-Man" [US '15 | Peyton Reed] - 4/10

"Don't Think Twice" [US '16 | Mike Birbiglia] - 6/10

"Der Andere" [DE '16 | Feo Aladag] - 3/10

"Keine Sorge, mir geht’s gut" [FR '06 | Philippe Lioret] - 5/10

"Arrival" [US '16 | Denis Villeneuve] - 5/10

Samstag, 26. November 2016

"The Girlfriend Experience" [US '09 | Steven Soderbergh]


Aus der Perspektive einer Edel-Eskorte auf die Finanzelite und die Börsianer New Yorks zu blicken, ist genial: Grey's Figur besetzt mit ihrem Angebot, neben ihrem Körper auch die Erfahrung einer festen Beziehung an ihre Kunden zu verkaufen, nicht nur eine neu entstandene Marktlücke, sie bekommt auch einen exklusiven Einblick in eine Vielzahl von Privatleben gewährt, wie es in dieser Intensität tatsächlich nur ihr vorenthalten ist. Der Unsicherheit eines zusammenbrechenden Systems und der eigenen Karrieren kommen ihre Klienten mit der Illusion bei, zumindest für ein paar Stunden in einer geordneten, liebevollen Beziehung leben zu dürfen. Ihre nachfragende, aber vor allem zuhörende Art bringt Stabilität dort, wo sich gerade alle Strukturen zu zersetzen beginnen, ihre Schulter spendet Trost in einer Zeit, in der nichts mehr sicher scheint. In einer Zeit, in der ein Angebot wie ihres einen solch durchschlagenden Erfolg haben kann, liegt das höchste und wertvollste Gut nicht mehr im Bestreben begraben, die eigene Gewinnmarge zu maximieren und im hierarchischen Kampf möglichst viele hinter sich zu lassen, sondern die transzendente, unmittelbare und vor allem vergängliche Erfahrung eines zwischenmenschlichen Kontaktes.

6/10

Samstag, 19. November 2016

"Train to Busan" [KR '16 | Yeon Sang-ho]


Wo „World War Z“ seinerzeit unter der Last eines Rekordbudgets und einer ganzen Reihe produktionstechnischer Turbulenzen der große Absturz drohte, gehen die Koreaner bereits präventiv einen Schritt zurück. Statt eines weltumspannenden Untergangsszenarios gerinnt der Zombie-Virus hier zunächst einmal nur zur nationalen – und wichtiger noch: – zur persönlichen Katastrophe. Dabei ist das Szenario von „Train to Busan“ tatsächlich vielseitig auslegbar, lässt sich sowohl auf die atomaren Katastrophen jüngerer Zeit, als auch auf die gesellschaftlichen Befindlichkeiten Koreas selbst lesen. Insbesondere in der Skizzierung gruppendynamischer Prozesse geht das kammerspielartige Konzept, die Auswüchse einer Zombie-Apokalypse in die Abteile eines Zuges zu verlagern, eindrucksvoll auf. Sobald die Gruppe Überlebender den ersten Schrecken um ein geiferndes Untoten-Kollektiv erst einmal verkraftet hat (die sich stapelnden Zombie-Horden sind direkt vom großen Blockbuster-Bruder entlehnt), wird wieder begonnen sich untereinander zu zerfleischen. Plötzlich wird ein Unterschied gemacht zwischen denen und jenen und der Frust um die eigene Situation auf andere – eigentliche Leidensgenossen – abgeladen. In den Begrenzungen eines Zugabteils besinnt sich "Train to Busan" immer wieder auf seine Figuren und ihre Verfehlungen. Erst inmitten der hereinbrechenden Apokalypse lernt unser Protagonist was er hat und was davon wirklich von Wert ist und erst im existenziellen Überlebenskampf lernt er sich von seinem Ballast zu befreien. Der Film lässt sich diesbezüglich vor allem als eine Art kathartische Reise seiner Hauptfigur lesen, der mit einem fürsorglichen, werdenden Vater und einem ignoranten, selbstsüchtigen Unternehmer zwei mögliche, stereotype Zukunftsmodelle ihres eigenen Lebens in Aussicht gestellt werden und die über die Katastrophe hinweg und durch sie hindurch zu den Tugenden von Aufopferung und Selbstlosigkeit gelangt. Hier dünnt der Zombie-Virus also nicht nur die Bevölkerung ordentlich aus, er macht manche auch zu besseren Menschen.

6/10

Freitag, 11. November 2016

"Girls" [US 2012 - '15 | Lena Dunham]


In der Welt von „Girls“ ist nichts von Bestand. Hauptfigur Hannah, gefangen in einem Renaissance-Körper, exhibitionistisch veranlagt, krankhaft selbstbezogen, natürlich orientierungslos und unsicher, wird gespielt von Showrunner Lena Dunham. Sie will als Autorin publiziert werden, muss aber auch Geld verdienen, als ihr ihre Eltern zwei Jahre nach dem College-Abschluss plötzlich den Geldhahn zudrehen. Darüber hinaus hat sie gerne Sex, also navigiert sich Hannah von einer absurden Liaison in die nächste, besonders wählerisch scheint sie dabei nicht zu sein. Gerade in Season 2 verliert "Girls" deswegen den Boden unter den Füßen, flüchtet sich in Sitcom-Karikaturen und erzählt zu sprunghaft und lose von einer Vielzahl von Figuren und Schauplätzen. Um der racial-diversity-Debatte etwas entgegensetzen zu können wird dann beispielsweise Donald Glover als republikanischer Lover installiert, verschwindet aber ebenso wie Patrick Wilson nach wenigen Folgen wieder spurlos. 

Dem gegenüber steht eine Reihe sinnkriselnder, lebensfreudiger New Yorker, die nicht nach „einem“, sondern nach „ihrem“ Platz in der Welt suchen und sich dabei immer wieder die Finger verbrennen: Adam ist ein selbstzerstörischer, animalischer Schauspieler (herausragend gespielt von Adam Driver), öffnet dem Zuschauer mit jeder neuen Folge das Herz und den Girls aus „Girls“ das Höschen, Shoshanna startet als fleischgewordene Karikatur jener Tussies, die den reifen Frauen auf ihrem „Sex and the City“-Poster nacheifern, entzückt dann aber als schnell-plapperndes Fashion-Girl, das stoisch ihren Träumen folgt (und daran mit der Serie wächst) und Ray schließlich teilt als lediger Mittdreißiger auf brutalst-wahrhaftigste Weise die Lebensweisheiten einer Erwachsen gewordenen „Seinfeld“-Generation. 

Nicht die Stimme der Generation, aber eine Stimme einer Generation möchte Dunham laut eigener Aussage abbilden, eine Brücke bauen zwischen den gut betuchten, und deswegen unbeschwert dahinlebenden Mädchen-Gangs aus "Sex and the City" und "Gossip Girl". Im Alltagsstress und im existenziellen Dilemma, was zu tun ist, wenn die Elterngeneration die Lebensnotwendigkeiten ihrer Kinder bereits ökonomisch abgesichert hat, wird sich sicherlich jeder Mittzwanziger oder jeder, der sich daran erinnert, einer gewesen zu sein, wiedererkennen können. Manchmal ist die Serie dabei so naiv illusionär wie die Illusionen, die sie zu enttarnen gedenkt und manchmal so nah dran an den Lebenswirklichkeiten jener, mit denen ich meinen Alltag bestreite, dass es das, was ich auf den Bildschirm projiziere, wieder direkt auf mich zurückwirft. Das Gegenteil von Eskapismus also? - Keine Ahnung, aber die Zeit verging wie im Flug.

Montag, 7. November 2016

Zuletzt gesehen: Oktober 2016

 

"Pilotinnen" [DE '95 | Christian Petzold] - 5.5/10

"Der Junge" [JP '69 | Nagisa Ôshima] - 6/10

"Findet Dorie" [US '16 | Andrew Stanton] - 5/10

"Das Leben der Anderen" [DE '06 | Florian Henckel von Donnersmarck] - 6/10

"Outrage" [JP '10 | Takeshi Kitano] - 3/10

"One, Two, Three" [US '61 | Billy Wilder] - 6.5/10

"Rocky" [US '76 | John G. Avildsen] - 7/10

"Comet" [US '14 | Sam Esmail] - 6/10

"Fruitvale Station" [US '13 | Ryan Coogler] - 6.5/10

"Zwischen Welten" [DE '13 | Feo Aladag] - 5/10

"Nerve" [US '16 | Ariel Schulman & Henry Joost] - 3/10

"Star Trek Beyond" [US '16 | Justin Lin] - 4.5/10

"Everything Before Us" [US '15 | Wesley Chan & Philip Yang] - 3/10

"A Boy Named Charlie Brown" [US '69 | Bill Melendez] - 7/10

"Der Nachtmahr" [DE '15 | Akiz] - 5/10

Sonntag, 30. Oktober 2016

In eigener Sache: Ich mach' jetzt auch Bewegtbild

Weil es mir so viel Freude bereitet, schneide ich jetzt auch Essays und veröffentliche sie hier:

https://www.youtube.com/channel/UCFgl7eS908o2sf77SZq8a9Q

Dieses Mal noch ohne Text und Narration, das soll dann in der nächsten Phase passieren. 

PS: Aus irgendeinem Grund sind in der rechten Spalte die Auflistungen aller Filme, die Empfehlungen, sprich: alle Linklisten spurlos verschwunden. Keine Ahnung, woran das liegt, vielleicht hat ja jemand schon mal das gleiche Problem gehabt.

Samstag, 29. Oktober 2016

"Eraserhead" [US '77 | David Lynch]


Alptraum Elternschaft oder doch Alptraum Amerika? In jedem Fall Lynch's intimster Film. In verwahrlosten, kalten Industriekomplexen wird die Degeneration vorangetrieben und die Orgelnummer in Schleife geschaltet. Die unbändige Experimentier-Lust seiner Frühwerke ist auch in seinem ersten Langfilm-Beitrag nicht zu stillen, sie wird jedoch eingebunden in eine kohärente, hermetisch abgeschottete Erzähllogik. Der Eraserhead spielt seinen Gesichtsausdruck, diesen nervösen, eingeengten Naturfan, aber besonders den Blick des Kindes, dass gerade bei einem Streich ertappt wurde, als durchlebe er den selben, nie enden wollenden Alptraum bereits zum zehnten Mal. Und Lynch platziert Details, lässt sie aber vollkommen unkommentiert - das Bild einer Atom-Explosion eingerahmt an der Wand, ihr Vermächtnis verfolgt die Bewohner einer entrückten, Post-apokalyptischen Welt bis ins Wohnzimmer, die Nachtischpflanze ohne Topf daneben, zwanglos aufgebahrt. Derweil: Humor in Graustufen, Bild auch, im Hintergrund rumort es, brummt es, rüttelt und zischt es - zum ersten Mal, und wie es immer sein wird. Die Bildideen direkt von „Grandmother“ entliehen, diesem biobasierten, langen Kurzfilm-Projekt kurz davor, dass ihm Zugang in die sich windenden Gedankenwelten eines verängstigten Kindes gewährte – seine Gedankenwelt. Kondensiert wurde ein autobiographischer Fiebertraum, nach außen gestülpt, um uns sichtbar zu werden, aber dialektisch nach innen gerichtet, geschwängert von der Angst um die Rolle in der Welt und die Verantwortung, die einen dort erwartet. Der Mark-erschütterndste Horror-Film von allen also. 

7/10 

Sonntag, 2. Oktober 2016

Zuletzt gesehen: September 2016


"Charles Pathé & Léon Gaumont"
[FR '15 | Emmanuelle Nobécourt] - 6/10

"The Neon Demon" [DK, FR, US '16 | Nicolas Winding Refn] - 6/10

"The Host" [KR '06 | Joon-ho Bong] - 6/10

"In Fear" [UK '13 | Jeremy Lovering] - 3/10

"The Immigrant" [US '13 | James Gray] - 6/10

"The Running Man" [US '87 | Paul Michael Glaser & Andrew Davis] - 4/10

"The Informers" [DE, US '08 | Gregor Jordan] - 4/10

"Ender's Game" [US '13 | Gavin Hood] - 3/10

"The Secret Life of Pets" [US '16 | Chris Renaud & Yarrow Cheney] - 3/10

"Polizeiruf 110: Wölfe" [DE '16 | Christian Petzold] - 7/10

"Friedhof der Kuscheltiere" [US '89 | Mary Lambert] - 4/10

"The Girlfriend Experience" [US '09 | Steven Soderbergh] - 6/10

"Gran Torino" [US '08 | Clint Eastwood] - 7/10

"Nur die Sonne war Zeuge" [FR, IT '60 | René Clément] - 6/10

"Driver" [US '78 | Walter Hill] - 5.5/10

"Kill List" [UK '11 | Ben Wheatley] - 6/10

"Regression" [CA, ES, US '15 | Alejandro Amenábar] - 5/10

"Wonder Boys" [US '00 | Curtis Hanson] - 6/10

"Police Story" [HK '85 | Jackie Chan] - 7/10

"Swiss Army Man" [US '16 | Dan Kwan & Daniel Scheinert] - 6/10

Sonntag, 25. September 2016

"Love" [US '16 | Season 1]


Ich liebe Gillian Jacobs ja ein bisschen (dolle). Kaum ein anderes hippes Großstadt-Mädel schwankt so gekonnt zwischen crazy eyes und Unschuldslamm. Und bei niemand anderem muss ich mir derart hart die Bauchmuskeln halten, und bin gleichzeitig verzückt ob ihrer Fähigkeit makellose, rosige Porzellanhaut zu einer saublöden Visage zu verziehen. In ihr vereinen sich Sexyness und gescheiterter Idealismus, ohne dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hätte. In jedem Fall aber liegt in ihrer Stimme das Versprechen begraben, dass Verlierer nicht zu Verlieren werden, solange sie nur ihren Humor nicht verlieren. Ihre Figuren, allesamt vergnügungssüchtig und Fettnäpfchen-erprobt, sind das beste Beispiel dafür. Wo „Community“ mit Britta jedoch einst verstand den hohen moralischen Ansprüchen einer idealistischen Mittdreißiger-Generation „hintersinnig“ zu verhandeln (und dabei Doppelmoral, Geltungsdrang und Integritätsfragen zu thematisieren), verbleibt „Love“ ausnahmslos bei Figuren, die sich und ihren aufgeplusterten, selbstgeschaffenen Problemen für keine Sekunde zu entgehen versuchen. 

Menschen in „Love“ kreisen zunächst einmal nur um sich selbst und einen Lebensentwurf, in dem Partner lediglich dem Zwecke dienen die eigene Leere zu füllen. Apatow-üblich ist hier jeder unheimlich mitteilsam und gleichzeitig unheimlich nichtssagend. Denn obwohl hier viel geredet wird, wird schlussendlich doch nichts gesagt. Versuche Erwartungen an die typischen Figurentypen (des schrägen Psychologen oder des verwöhnten Kinderstars) zu unterwandern, werden zwar unternommen, in der zweiten Staffelhälfte jedoch nicht weiter verfolgt. Gleichzeitig schleppen sich Gus und Mickey durch die menschenfeindliche Wüste des L.A.-Showbiz und während die eine damit beschäftigt ist auch die letzte Brücke abzureißen, schleimt sich Gus (Paul Rust) durch den Berufsalltag an einem TV-Set für eine Hexen-Soap. 

Appropros Paul Rust: Hier wird „Love“ High Fantasy (no pun intented). Nerd-Nase vögelt sich in den 10 Episoden nämlich von einer Zehn zur nächsten, wobei ihm zu allem Überfluss auch noch Jacobs gewähren lässt. Dass Rust an unzähligen Folgen mitgeschrieben hat, wird damit sicherlich in keinerlei Zusammenhang stehen. Es wäre sogar halbwegs zu verkraften, wenn Gus ein einnehmender, in irgendeiner Weise sympathischer Charakter wäre. Rust aber spielt einen Eier-amputierten, ständig herumdrucksenden, ekligen On-Set-Tutor, dessen Betrug von der Serie zu keinem Zeitpunkt thematisiert wird. Stattdessen ist es Jacob, ebenfalls einigermaßen unsympathisch, die am Ende zur kleinen, großen Entschuldigungs-Geste ansetzen muss - Liebe ist eben scheiße, wenn man am Ende nur bezahlt. 

3/10 

Sonntag, 18. September 2016

"Deadpool" [US '16 | Tim Miller]


Was sagt es schon über einen Film aus, wenn er das R-Rating als Errungenschaft feiern muss? Standesgemäßes Computer-Gekröse ist das und Deadpool als Verkörperung des Im-Kino-Kommentators natürlich auch eine ganz schlimme Figur. Sie bedient den Nerd-Konsens ebenso, wie sie ihn bestätigt. Entsprechend vorhersehbar sind die Referenzen auf den CGI-Anzug der grünen Laterne (den Reynolds seinerzeit ausfüllte), die hohen Gebühren der restlichen Marvel-Helden (leere Xavier-Villa) oder eben auf den katastrophalen, ersten Versuch Deadpool im Wolverine-Origins-Beitrag einer breiten Zuschauerschaft bekannt zu machen. In diesem so viel gescholtenen ersten Auftritt hatte man Deadpool seinerzeit den Mund in bester „Matrix“-Manier zugeschweist – rückblickend gar keine so schlechte Idee. „Deadpool“ ist nur innerhalb der Begrenzungen seines winzigen, beschränkten Pop-Kultur-Universums ein Rebell, außerhalb dessen gliedert er sich nahtlos in das Marvel-Portfolio ein, das lediglich um eine Geschmacksrichtung erweitert wurde. Jetzt darf auch CGI-Blut fließen - zu Motherfucker-Musik und coolen One-Linern - aber der Film ist ebenso leer und risikolos wie seine Gefährten. „Deadpool“ will in erster Linie gefällig sein, also nimmt er den Meinungs-Konsens auf und schaltet ihn in Schleife. Der Film funktioniert dementsprechend vor allem über stetige Entschuldigungs- und Wiedergutmachungs-Gesten für die vermeintlichen Verfehlungen der Vergangenheit. Und es wird dabei die Tatsache verschleiert, dass „Deadpool“ zu jeder Sekunde eine sichere Bank war, würde man nur all das adressieren, was in den Augen des Mainstreams im Umgang mit Deadpool als Comic-Figur (und Reynold's Karriere insbesondere) falsch gelaufen war. Der Film begab sich damit schon im Vorfeld in totale Abhängigkeit zur angepeilten Klientel. Das Resultat besteht aus Schulterklopfern und gegenseitigem Abnicken bekannter Thesen. Konsens eben. Und damit Null Überraschung. 

4/10